Wissens-Welt Die Etiketten-Schule ⏱ 5 Min. Lesezeit
Die Etiketten-Schule

Lies das Etikett, nicht die Werbung.

Die Vorderseite einer Packung ist Werbung. Die Wahrheit steht hinten, im Kleingedruckten: der Zutatenliste. Wer sie lesen kann, braucht keine Versprechen mehr, er sieht selbst, was drin ist. Hier ist alles, was du dafür brauchst. Dauert fünf Minuten und gilt für jedes Lebensmittel im Supermarkt.

Fünf Lektionen

So liest du jedes Etikett.

Allgemeines Verbraucherwissen, gilt überall, nicht nur bei uns.

01

Die Reihenfolge ist das Ranking

Zutaten stehen sortiert nach Menge: Was zuerst steht, ist am meisten drin. Steht Zucker oder Salz weit vorn, weißt du Bescheid.

02

„Aroma“ ist ein Sammelbegriff

Hinter dem Wort „Aroma“ darf sich vieles verbergen, welche Stoffe genau, muss nicht draufstehen. Eine Zutat, die wirklich drin ist, heißt beim Namen: Himbeere ist Himbeere.

03

Zucker hat viele Namen

Glukosesirup, Fruktose, Maltodextrin, Dextrose, Gerstenmalzextrakt … alles Zucker. Auf mehrere Namen verteilt, rückt jeder einzelne in der Liste weiter nach hinten.

04

Prozente lügen nicht (QUID)

Steht eine Zutat im Produktnamen oder auf dem Bild, muss ihr Anteil in Prozent in der Zutatenliste stehen. Ein „Himbeer-Joghurt“ mit unter 1 % Himbeere? Steht da. Lies nach.

05

Der Praxistest

Nimm beim nächsten Einkauf irgendein Produkt und stell drei Fragen: Was steht an Position 1? Wie oft taucht Zucker auf? Würde ich jede Zutat auch auf dem Markt kaufen?

Hinter den Kulissen

Die Tricks der Verpackungsindustrie.

Was auf der Vorderseite glänzt, lenkt oft vom Kleingedruckten ab. Diese vier Maschen erkennst du jetzt sofort.

01

Die halb leere Packung

Große Schachtel, viel Luft: Die Mogelpackung wirkt nach mehr, als drin ist. Schau auf die Füllmenge in Gramm, nicht auf die Größe.

02

Der Gesund-Anstrich

Grüne Farben, Blätter, Worte wie „natürlich“ oder „bewusst“ machen Lust auf gesund, ohne etwas zu versprechen. Solche Begriffe sind nicht geschützt. Es zählt die Zutatenliste.

03

„Ohne Zusatz von …“

„Ohne Zuckerzusatz“ kann trotzdem viel Fruchtzucker oder Saftkonzentrat enthalten, und „ohne X“ lenkt gern von einem anderen Y ab. Immer auf der Rückseite gegenprüfen.

04

Nährwerte pro Mini-Portion

Steht der Zucker „pro Portion“ niedrig da, ist die Portion oft winzig gerechnet. Vergleichbar wird es erst pro 100 g, und die stehen immer mit dabei.

Die Probe aufs Exempel

Und jetzt: Lies unseres.

Unsere Zutatenliste liest sich wie ein Marktbesuch: Himbeere, Tomate, Basilikum … und sonst nichts. Kein Sammelbegriff, kein Zusatz, keine Überraschung. Wir sagen dir nicht, was du davon halten sollst, du kannst es jetzt ja selbst lesen.

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