„Ohne Salzzusatz“ heißt nicht „salzfrei“ – der Unterschied

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„Ohne Salzzusatz“ heißt nicht „salzfrei“ – der Unterschied

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„Kein Salz zugesetzt“ ist eine Aussage über die Rezeptur. „Natriumarm“ ist eine geregelte Angabe mit Grenzwert. „Salzfrei“ gibt es gar nicht.

Das Wichtigste in Kürze
  • „Kein Salz zugesetzt“ sagt: nichts zugegeben. Nichts über den natürlichen Gehalt
  • „Natriumarm“ ist eine geregelte Angabe mit festem Grenzwert je 100 g
  • „Salzfrei“ ist keine zugelassene Formulierung
  • Wir verwenden nur die erste. Die anderen wären ohne Analyse nicht belegbar
  • Wer Natrium berechnen will, liest die Nährwerttabelle, nicht die Vorderseite

Auf Packungen stehen drei Formulierungen nebeneinander, die sehr ähnlich klingen und völlig Verschiedenes bedeuten. Der Unterschied ist nicht Werbesprache, sondern in einer EU-Verordnung geregelt. Und er ist der Grund, warum wir nur die schlichteste der drei benutzen.

Die drei Formulierungen

1. „Kein Salz zugesetzt“, eine Aussage über die Rezeptur

Heißt: Bei der Herstellung wurde kein Salz zugegeben. Es sagt nichts darüber, wie viel Natrium von Natur aus in den Zutaten steckt. Und in Gemüse steckt Natrium, in manchem mehr, in manchem weniger. Sellerie und Mangold zum Beispiel bringen von Haus aus einiges mit.

Das ist die Aussage, die wir verwenden. In unseren Mischungen ist kein Salz zugesetzt, nicht als Geschmacksträger, nicht als Rieselhilfe, nicht als Trägerstoff. Was an Natrium drin ist, kommt aus dem Gemüse selbst.

2. „Natriumarm“ und „sehr natriumarm“, geregelte Angaben mit Schwellenwerten

Diese beiden Formulierungen sind nährwertbezogene Angaben nach der EU-Verordnung 1924/2006. Sie dürfen nur verwendet werden, wenn das Erzeugnis feste Grenzwerte je 100 g unterschreitet. Wer sie ohne Analyse hinschreibt, macht eine unzulässige Angabe, auch wenn sie im Einzelfall stimmen sollte.

Wir verwenden sie nicht. Nicht weil die Werte dagegen sprächen, sondern weil die Analyse dafür noch aussteht. Eine Angabe, die man nicht belegen kann, gehört nicht auf eine Packung.

3. „Salzfrei“, gibt es so nicht

Für „salzfrei“ existiert keine zugelassene Formulierung. Der Anhang der Verordnung listet die erlaubten Angaben abschließend auf, und diese steht nicht darin. Wo das Wort trotzdem auftaucht, ist es entweder umgangssprachlich gemeint, oder es ist ein Fehler.

Warum das praktisch etwas ändert

Wer aus einem bestimmten Grund auf Natrium achtet, kann sich auf „kein Salz zugesetzt“ nicht verlassen, um eine Menge zu berechnen. Die Angabe sagt etwas über die Herstellung, nicht über den Gehalt. Dafür steht die Nährwerttabelle da. Wer aus gesundheitlichen Gründen auf Natrium achten muss, bespricht das mit der Person, die ihn betreut, nicht mit einer Packungsaufschrift und auch nicht mit uns.

Für alle anderen ist die Unterscheidung trotzdem nützlich, weil sie zeigt, wo ein Hersteller genau war und wo er geraten hat.

Der Grund, warum es bei uns so ist

Kinder essen mit am Familientisch, und was gewürzt auf den Tisch kommt, wird selten zweimal gekocht. Ohne zugesetztes Salz in der Mischung entscheidet jeder selbst am eigenen Teller. Die Erwachsenen salzen, die Kinderportion bleibt, wie sie ist. Umgekehrt geht es nicht: Salz bekommt man aus einem fertigen Gericht nicht wieder heraus.

Dass es trotzdem nach etwas schmeckt, liegt an den Umami-Quellen in der Mischung.

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