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Magazin · Familie & Ernährung

Wie viel Salz und Zucker ist für Kinder und Erwachsene zu viel?

Für Erwachsene nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bis zu 6 g Speisesalz am Tag, für Kinder gibt es Schätzwerte nach Alter und beim Zucker sagen WHO und DGE: weniger als 10 Prozent der Energie.

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Von Miriam & Kevin · Stand 01.11.2026 · Wer wir sind

Wie viel Salz ist für Kinder und Erwachsene zu viel?

Für Erwachsene nennt die DGE einen Orientierungswert von bis zu 6 g Speisesalz am Tag, die WHO empfiehlt weniger als 5 g. Für Kinder geben DGE und EFSA Schätzwerte für eine angemessene Natriumzufuhr nach Alter an: 400 mg (DGE, 1 bis unter 4 Jahre) und 1,1 g (EFSA, 1 bis 3 Jahre). Das sind rund 1 und 2,75 g Salz.

Natrium und Salz sind nicht dasselbe und das ist die häufigste Fehlerquelle beim Vergleichen. In 2,5 g Salz stecken 1 g Natrium; die WHO schreibt es so: 1 g Salz entspricht 400 mg Natrium. Auf Packungen rechnet man nach der DGE mit dem Faktor 2,54. Wir rechnen unten mit 2,5 und kennzeichnen jede Zahl, die wir selbst umgerechnet haben.

In den unten genannten Quellen steht keine eigene Obergrenze in Gramm Salz für Kinder. Die WHO sagt, dass man den Erwachsenenwert für Kinder von 2 bis 15 Jahren nach ihrem Energiebedarf nach unten anpasst, nennt dafür aber keine Zahl.

Wer nennt welche Salzzahl und warum weichen sie ab?

Die Spalte „Salz“ haben wir mit dem Faktor 2,5 selbst gerechnet, der Rest steht so im Original.

Stelle und Jahr Altersgruppe Zahl im Original Salz (von uns gerechnet) Was für eine Zahl das ist
DGE 2016 1 bis unter 4 Jahre 400 mg Natrium 1,0 g Schätzwert für angemessene Zufuhr
DGE 2016 7 bis unter 10 Jahre 750 mg Natrium rund 1,9 g wie oben
DGE 2016 10 bis unter 13 Jahre 1.100 mg Natrium 2,75 g wie oben
DGE 2016 ab 15 Jahren und Erwachsene 1.500 mg Natrium rund 3,8 g wie oben
EFSA 2019 1 bis 3 Jahre 1,1 g Natrium 2,75 g angemessene Zufuhr (Adequate Intake)
EFSA 2019 7 bis 10 Jahre 1,7 g Natrium 4,25 g wie oben
EFSA 2019 11 bis 17 Jahre und Erwachsene 2,0 g Natrium 5,0 g sichere und angemessene Zufuhr
WHO 2012 Erwachsene weniger als 2.000 mg Natrium weniger als 5 g (so steht es bei der WHO) Empfehlung
DGE 2023 nicht angegeben bis zu 6 g Speisesalz - Orientierungswert
BfR 2021, zitiert D‑A‑CH nicht genannt 6 g Salz, entsprechend 2,4 g Natrium - Empfehlung, den Konsum zu begrenzen

Zwei Gründe für die Abweichung, neben Natrium gegen Salz:

  • Die Art der Zahl: Die DGE leitet ihren Schätzwert aus einer Bilanzstudie ab und rechnet die Kinderwerte aus den Erwachsenenwerten herunter. Er sagt, was angemessen ist; die Obergrenze nennt sie getrennt als Orientierungswert. Die EFSA sieht bei 2,0 g ausreichend Vertrauen in ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und leitet keine Obergrenze ab. Die WHO nennt dieselben 2.000 mg Natrium wie die EFSA, aber als Grenze: weniger als 2.000 mg.
  • Andere Schnitte und Jahre: Die DGE rechnet „4 bis unter 7 Jahre“ und die EFSA „4 bis 6 Jahre“, dazu stammen die Werte aus verschiedenen Jahren, 2016 und 2019.

Für ein dreijähriges Kind nennt die DGE also rund 1 g Salz und die EFSA rund 2,75 g. Wie Salzangaben auf Packungen gemeint sind, erklärt der Artikel zu den Salzangaben.

Wie viel Zucker ist für Kinder und Erwachsene zu viel?

WHO und DGE empfehlen für Kinder wie für Erwachsene, freie Zucker auf weniger als 10 Prozent der Energiezufuhr zu begrenzen. Bei 2.000 kcal am Tag sind das nach dem DGE-Konsensuspapier höchstens 50 g. Die WHO nennt unter 5 Prozent, rund 25 g, als weitere Verringerung. Kinder brauchen weniger Energie, deshalb ergeben dieselben Prozent bei ihnen weniger Gramm.

Freie Zucker sind nach WHO und DGE zugesetzte Einfach- und Zweifachzucker wie Haushaltszucker sowie die Zucker, die von Natur aus in Honig, Sirup, Fruchtsaft und Fruchtsaftkonzentrat stecken. Die WHO-Leitlinie bezieht sich nicht auf den Zucker in frischem Obst und Gemüse und nicht auf den Zucker in Milch.

Stelle und Jahr Zahl Anmerkung
WHO 2015 unter 10 % der Energie für Erwachsene und Kinder; laut DGE-Papier eine starke Empfehlung
WHO 2015 unter 5 % der Energie, rund 25 g am Tag laut DGE-Papier eine Empfehlung mit eingeschränkter Aussagekraft, gestützt auf drei Beobachtungsstudien zu Karies
DAG, DDG und DGE 2018 unter 10 % der Energie, bei 2.000 kcal höchstens 50 g schließt sich der WHO an und versteht die Zahl als Obergrenze, nicht als Bedarf

Hier widersprechen sich die Stellen nicht: 10 Prozent gilt als Grenze, 5 Prozent als weiterer Schritt. Wie Zuckerangaben auf Packungen gemeint sind, erklärt der Artikel zu den Zuckerangaben.

Was sagen die offiziellen Stellen zu den Folgen von zu viel Salz und Zucker?

Die Stellen nennen Risiken und keine Garantien. Nach der DGE (2023) geht zu viel Speisesalz mit höherem Blutdruck einher und Bluthochdruck gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Das Bundesnetzwerk für frühe Ernährung (2022) bringt hohe Salzaufnahme mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck in Verbindung.

Beim Zucker schreibt die WHO (2015), weniger als 10 Prozent der Energie senke das Risiko für Übergewicht, Adipositas und Karies. Das DGE-Konsensuspapier (2018) bringt hohe und häufige Zuckerzufuhr mit Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Zahnkaries in Zusammenhang.

Am Tisch bestimmst du selbst, wie viel Salz drankommt. Was die Zutaten selbst an Salz mitbringen, steht je Sorte in der Nährwerttabelle auf der Dose. Die Angaben gelten je 100 Gramm Pulver, ein Löffel bringt davon nur einen Teil.

Häufige Fragen

Ist 1 g Natrium dasselbe wie 1 g Salz?

Nein. Nach der WHO entspricht 1 g Salz 400 mg Natrium, also stecken in 2,5 g Salz 1 g Natrium. Auf Packungen rechnet man nach der DGE mit dem Faktor 2,54, weil dort Natrium angegeben wird.

Wie viel Natrium nennt die DGE für 1- bis 3-Jährige?

Die DGE nennt als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr 400 mg Natrium am Tag für 1 bis unter 4 Jahre. Mit Faktor 2,5 sind das rund 1 g Salz. Die EFSA nennt für 1 bis 3 Jahre 1,1 g Natrium.

Zählt der Zucker aus frischem Obst zu den freien Zuckern?

Nein. Die WHO-Leitlinie bezieht sich nicht auf Zucker in frischem Obst und Gemüse und nicht auf den Zucker in Milch. Zu den freien Zuckern zählen zugesetzte Zucker und die Zucker in Honig, Sirup, Fruchtsaft und Saftkonzentrat.

Wie viel Gramm sind 10 Prozent der Energie als Zucker?

Bei 2.000 kcal am Tag nennt das DGE-Konsensuspapier höchstens 50 g freie Zucker. Kinder brauchen weniger Energie, bei ihnen ergeben 10 Prozent also weniger Gramm. Eine Gramm-Angabe je Alter haben wir bei den Stellen nicht gefunden.

Sollen Breie für Babys gesalzen oder gesüßt werden?

Das Bundesnetzwerk für frühe Ernährung rät bei selbst zubereiteten Mahlzeiten im ersten Lebensjahr, auf die Zugabe von Salz und Zucker zu verzichten. Als Grund nennt es die Geschmacksprägung. Fragen zum eigenen Kind klärt die Kinderärztin oder der Kinderarzt.

Quellen

Stand:

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