Zutatenliste lesen: 5 Tricks, mit denen du jedes Etikett verstehst

Die Vorderseite einer Packung ist Werbung. Sie ist gemacht, um zu gefallen. Die Wahrheit steht hinten, klein gedruckt, in der Zutatenliste. Wer sie lesen kann, braucht keine Versprechen mehr, sondern sieht selbst, was drin ist. Hier sind die fünf Tricks, mit denen du das ab sofort in jedem Supermarkt kannst.

1. Die Reihenfolge ist das heimliche Ranking

Zutaten stehen immer sortiert nach Menge. Was ganz vorn steht, ist am meisten enthalten, was hinten steht, am wenigsten. Steht Zucker, Salz oder Öl unter den ersten drei Zutaten, weißt du sofort, woraus das Produkt vor allem besteht. Ein kurzer Blick auf Position eins verrät oft mehr als die ganze Vorderseite.

2. „Aroma“ ist ein Sammelbegriff

Hinter dem kleinen Wort „Aroma“ darf sich vieles verbergen. Es muss nicht draufstehen, welche Stoffe genau gemeint sind. Eine Zutat, die wirklich drin ist, heißt dagegen beim Namen: Himbeere ist Himbeere, Tomate ist Tomate. Faustregel: Je mehr eine Liste nach echten Lebensmitteln klingt und je weniger nach Laborbegriffen, desto näher ist sie an dem, was du erwartest.

3. Zucker hat viele Namen

Glukosesirup, Fruktose, Maltodextrin, Dextrose, Gerstenmalzextrakt, Saftkonzentrat: Das ist alles Zucker, nur unterschiedlich benannt. Der Trick dahinter: Wird die Süße auf mehrere Namen verteilt, rutscht jeder einzelne in der Reihenfolge weiter nach hinten und wirkt harmloser. Zähl beim nächsten Mal einfach, wie oft eine Form von Zucker auftaucht.

4. Prozente lügen nicht (der QUID-Trick)

Steht eine Zutat im Produktnamen oder ist sie auf dem Bild zu sehen, muss ihr Anteil in Prozent in der Zutatenliste stehen. Das nennt sich QUID. Ein „Himbeer-Joghurt“ mit unter einem Prozent echter Himbeere? Genau das steht dann da, schwarz auf weiß. Such die Prozentzahl hinter der beworbenen Zutat, sie ist oft erstaunlich klein.

5. Nährwerte: immer pro 100 g vergleichen

Steht der Zucker „pro Portion“ angenehm niedrig da, lohnt der zweite Blick: Oft ist die Portion winzig gerechnet. Vergleichbar wird es erst pro 100 Gramm, und diese Spalte steht immer mit dabei. Zwei Produkte lassen sich nur über die 100-Gramm-Werte ehrlich nebeneinanderlegen.

Der Praxistest für den nächsten Einkauf

Nimm irgendein Produkt aus dem Regal und stell drei Fragen: Was steht an Position eins? Wie oft taucht Zucker in irgendeiner Form auf? Würde ich jede einzelne Zutat auch so auf dem Markt kaufen? Wenn du dreimal entspannt nicken kannst, ist das ein gutes Zeichen.

Wir machen es uns selbst leicht: Unsere Zutaten liest du wie einen Marktbesuch, Himbeere, Tomate, Basilikum und sonst nichts. Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du alle Tricks gebündelt in unserer Etiketten-Schule. Und wenn du einfach einen Löffel echte Vielfalt probieren möchtest, schau dir unsere Sorten an.

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